Phasen

(20.2.2017) Merkel wirbt stark dafür, das Leben in Phasen zu denken, die sich sehr stark von anderen unterscheiden können. »Ich glaube, dass dieser Phasengedanke für die gesamte gesellschaftliche Veränderung sehr hilfreich sein kann, auch für Männer.« Es gebe längst immer weniger ungebrochene Erwerbsbiografien, dies werde durch die Digitalisierung weiter zunehmen. Nötig sei der leichtere Wechsel zwischen diesen Phasen. »Je besser solche verschiedenen Phasen von Lernen, Arbeiten und auch Familienarbeit aufeinander abgestimmt sind, desto besser ist das«, betonte sie im Februar 2017 – was auch gut für die Gleichberechtigung sei. Das Phasendenken sei besser als Menschen 30, 40, 50 Jahre lang »in das gleiche Korsett zu stecken, vor allem wenn das Korsett nur Aufstieg kennt und alles andere als Scheitern angesehen wird.«

Autor: Andreas Rinke

Andreas Rinke, Jahrgang 1961, verfolgt seit sechzehn Jahren in Berlin das politische Geschehen und hat das erste Interview mit Angela Merkel 2005 noch vor ihrem Amtsantritt als Kanzlerin geführt. Der promovierte Historiker startete seine journalistische Karriere bei der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«, wechselte zum »Handelsblatt« nach Berlin und ist heute politischer Chefkorrespondent und »Kanzlerwatcher« bei der internationalen Nachrichtenagentur Reuters.